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Weichenstellung für mehr Leistung: Technischer Umbau im Schwarzwälder Granitwerk

Im äußersten Südwesten des Schwarzwaldes gewinnt die Kimo GmbH in einem Steinbruch bei Tegernau seit fast einem Vierteljahrhundert Granit für die unterschiedlichsten Anwendungen. Das Unternehmen produziert im kleinen Wiesental Kies, Schotter, Splitte, Sande und Rohsteine bis zu einer Größe von 3 Tonnen.

Einbau des neuen stationären Nordberg C120 Backenbrechers von Metso in den vorhandenen Stahlbau mit dem Kran.

 

Der Abbruch des familiengeführten Unternehmens erfolgt auf mittlerweile 6 Sohlen. Ein Großteil der Produktion, etwa 40 %, kommt für Schottertragschichten im Straßenbau zum Einsatz – weitere 5-6 % wiederum sind mineralische Zuschlagstoffe für Asphalt.

Henning Mayer, Werkmeister und WPK-Beauftragter der Kimo GmbH ist nicht nur stolz darauf, dass zahlreiche Granite die CE-Zertifizierung erfolgreich durchlaufen haben, sondern dass die Vielfalt der Granitmischungen dem Unternehmen zukünftig die Gelegenheit bieten, sich immer breiter aufzustellen.

Die breite Farbpalette im Granitsteinbruch der Kimo GmbH erkennt man schon aus der Ferne.

 

Kimo ist flexibel aufgestellt und hat sich zum Ziel gesetzt, Kundenwünsche ausnahmslos schnell und unkompliziert zu erfüllen. Gegen Ende des Jahres kam es jedoch zu einem technischen Ausfall innerhalb der Anlage, der spontan Abhilfe erforderte: Der zentrale Vorbrecher, der mittlerweile in die Jahre gekommen war, fiel aufgrund eines unerwarteten Lagerschadens aus.

 

Im Steinbruch finden jährlich etwa 4-6 Sprengungen statt, bei denen zumindest ein großer Teil der jeweils 50.000 Tonnen zur weiteren Aufbereitung im stationären Vorbrecher landet. Da sehr spezifisch und flexibel geliefert wird, kam das Unternehmen durch den Ausfall in große Verlegenheit.

Henning Mayer hat vor seiner Tätigkeit als Werkmeister jahrelang als Monteur bei einem Baumaschinenhändler gearbeitet und kennt die Leistungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Anlagen.

Von Grau bis Rot ist das Farbspektrum der Granitsorten bei Kimo breit gefächert.

 

Neben der Entscheidung für einen Austauschbrecher galt es, einen Lieferanten zu finden, der den Ausfall auch in kürzester Zeit zuverlässig überbrücken würde. Die Entscheidung fiel auf einen stationären Metso Backenbrecher vom Typ Nordberg C120, der ein optimales Zusammenspiel aus Brechraum, Kinematik und Betriebsparametern in Aussicht stellte. Außerdem passte er aufgrund seiner kompakten Bauweise auf Anhieb in den vorhandenen Stahlbau bei Kimo. Aufwendige Umbaumaßnahmen waren nicht erforderlich.

Nach näherer Überprüfung der Lieferzeiten stellte sich heraus, dass in der Produktionslinie bei Metso eine sogenannte „Breakdown“-Maschine verfügbar war, die bislang noch keinem Abnehmer zugeordnet wurde. Metso stellt in ihrem Produktionsprozess mitunter einzelne Maschinen ohne konkreten Auftrag in die Pipeline, um bei akuten Notfällen aushelfen zu können. Ein glücklicher Umstand in der schwierigen Situation bei Kimo.

Der neue Backenbrecher wäre unter normalen Umständen auch innerhalb von 3 Wochen verfügbar gewesen, hätte Henning Mayer nicht die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, diesen noch mit einer hydraulischen Spaltverstellung, Zentralschmierung und einer Steuerung ausstatten zu lassen. Nach etwa sechs bis sieben Wochen war es dann so weit – Ende Januar 2018 konnte die Maschine geliefert und ohne Komplikationen eingebaut werden.

Anlieferung des Brechers in den frühen Morgenstunden.

 

Der vormontierte Grundrahmen für die neue Anlage.

 

Einpassen des neuen stationären Nordberg C120 Backenbrechers in den vorhandenen Stahlbau.

 

Anpassung des Aufgabebunkers an die vorhandene Vorabsiebung.

 

Werkmeister Henning Mayer vor dem neuen stationären Backenbrecher. Ein Umbau der Stahlkonstruktion war nicht erforderlich.

 

Der Produktionsengpass wurde in der Zwischenzeit mit einer Mietanlage überbrückt – Ein benachbarter Betrieb aus Waldshut stellte seinen mobilen Metso Vorbrecher vom Typ Lokotrack LT120 zur Verfügung. Da es sich um das gleiche Aggregat handelte, das Henning Mayer bestellt hatte, erhielt er einen Vorgeschmack darauf, was ihn anschließend erwarten würde.

Bei einem Leistungsbereich der neuen Anlage zwischen 175 und 430 t/h bestand keine Schwierigkeit, die aufgelaufenen Auftragsüberhänge Zug um Zug abzuarbeiten. Beim Vorbrechen des Mischungsmaterials stellt Mayer die Spaltweite auf 70 mm ein, um ein Zwischenprodukt von 0/120 mm herzustellen. Bei Körnungsmaterial ändert er den Spalt auf 105 mm (Endprodukt 0/160 mm). Der Abtransport des vorgebrochenen Materials erfolgt über zwei unabhängig voneinander gesteuerte Bänder über einen Bunker zur Weiterverarbeitung in einen Kegelbrecher.

Michael Silvester von Metso Germany vor dem neu eingebauten Nordberg C120 Backenbrecher.

 

Je nach Bedingung, Mischung oder Körnung wird dort ein Brechspalt von 27,5 mm gefahren. Am Ende erfolgt die Klassierung über eine  Metso Classic Maschine zur vorläufigen Fertigstellung der wichtigsten Fraktionen 0/32, 32/45 und 45/100 mm. Über zwei weitere Siebmaschinen erfolgt dann die weitere Trennung in 0/8, 8/16,16/32 mm-Körnungen oder 0/2 bzw. 0/4 mm.

Henning Mayer zeigt sich begeistert von der neuen Anlage: „Über den Frequenzumrichter erziele ich auch dann eine höhere Leistung, wenn der Brecher voll ist. Ich kann sie bei höherer Belastung im Bereich von 160-210 kW so modulieren, ohne dass das Schütz abfällt. Außerdem gibt es keine Drehzahlverluste – die durchschnittliche Auslastung liegt bei zwischen 110 und 150 kW.“

Auf die Frage, wie er mit der IC10-Steuerung (CAN-Bus) des neuen Vorbrechers zurechtkommt, antwortet der Werkmeister: „Absolut einwandfrei – Die Steuerung zeigt immer sofort an, wenn etwas

nicht stimmt. Außerdem kann ich hier spontan die Leistungsdaten wie z. B. die Lagertemperatur abrufen. Was mir besonders gefällt, ist die automatische Steuerung der Zentralschmiereinheit.“

Das Aufgabematerial gelangt in den neuen stationären Vorbrecher, der mit geringer Spaltweite und hoher Leistung betrieben wird.

 

Für Sonderaufträge nutzt Kimo zur Klassierung von Körnungen (0/45) an der Abbruchwand bereits eine mobile Metso Siebanlage vom Typ Lokotrack ST2.4. „Nicht selten bekommen wir auch Aufträge für Sonderkörnungen in einer Größenordnung von 2.500 Tonnen – beispielsweise 0/22 mm – die allerdings auch innerhalb von 3 Tagen fertig sein müssen. Dafür ist das mobile Sieb ideal.“

Künftig will sich das Unternehmen noch stärker auf Spezialprodukte farbiger Granitkörnungen konzentrieren, die längst nicht nur zur Dekoration von Wegen und Außenanlagen verwendet werden. Kimo aus dem Südschwarzwald bietet hierfür vielfältige Granit-Farbvariationen aus dem eigenen Steinbruch an.

 

Für weitere Informationen:

Michael Silvester, Vertrieb Geschäftsbereich Brech- und Siebtechnik – Metso Germany GmbH, Tel.: +49 (0)177 6608 485; Mail:  Michael.Silvester@metso.com

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